Samstag, 7. Dezember 2013

07.12.13 Besuch zum Abendessen und ein Wort zum Thema Veganer

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.
Mahatma Gandhi, 1869 - 1948

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Ein lieber Freund kam uns besuchen! Seit ich vegan lebe werde ich zunehmend geselliger. Ich muss mich über mich selbst wundern. Ich suche schon förmlich Gelegenheiten und spreche Einladungen aus, um meinen Leuten was Leckeres vorzusetzen. Ich meine schon fast, ich werde wie meine Mutter. Was gut wäre!!!! Meine Familie war äußerst gesellig und gastfreundlich, Ihre Kocherei und Backkünste legendär. Meine Mutter war die Seele des Ganzen. Ich hätte gern was von ihr, großartige Frau war das. Ganz großer Mensch.

Der Mann freut sich darüber, dass sich hier unsere Lieblingsmenschen die Klinke in die Hand geben. Der hat gerne und viel Kontakt zu anderen. Ich bin (war?) immer eher zurückhaltend und gerne für mich. Zumindest war das jahrzehntelang so. Es scheint sich zu ändern, hätte ich nie für möglich gehalten. Ich bin nach wie vor gerne alleine und mir dann selbst genug, aber nun freue ich mich total, wenn Familie und Freunde bei uns zu Gast sind und ich denen was vorsetzen kann. Bin auch seltsamerweise immer weniger nervös oder aufgeregt.

Das ist eine ungewöhnliche Begleiterscheinung des veganen Lebens, ich bin nicht nur aus dem Stand in der Lage richtig gutes Essen aus dem Hut zu zaubern, ich bin deutlich lockerer geworden. Wie ich übrigens auch feststellen muss, sind die VeganerInnen, die ich bislang kennenlernen durfte, alle sehr locker, zugänglich, unkompliziert, sympathisch, aufgeschlossen.

Welche, die den Heiligenstatus für sich beanspruchen, habe ich noch nicht getroffen. Auch keine, die sich abends mit Petersilie auf den nackten Rücken schlagen weil sie tagsüber eventuell beim Waldlauf auf ein Käferchen getreten haben könnten. Obwohl, ich müsste heimlich im Sommer deren Rücken mal betrachten, wenn sie ohne Argwohn am Strand hocken. Vielleicht doch rote Striemen zu sehen?
Nein, ganz normale, sehr liebe Leute. Die leben völlig friedlich und unblutig vor sich hin und sie bemühen sich, sämtliche Mitbewohner unseres schönen blauen Planeten dabei so wenig wie möglich zu schädigen. Das ist schon alles. Sie hoffen, viele andere tun es ihnen gleich, denn das Elend, das wir Menschen den Tieren antun, ist ein sehr großes.
Veganer sind auch nicht extrem romantisch oder verträumt, verklären nichts. Im Gegenteil, sie sind hellwach und sehr realitätsnah. Sie machen die Augen auf und sehen die Dinge, wie sie sind. Sie ziehen daraus ihre Konsequenzen und leben verantwortlich, so gut es geht. Sie wissen, lila Kühe gibt es nicht, und glückliche schon dreimal nicht, es sei denn, sie dürfen ihren Lebensabend unbehelligt und in Würde auf einem der wenigen Gnadenhöfe verbringen.
Ich glaube aber, dass das Vegansein eine Religion sein muss. Manchmal, wenn man gut hinhört, hört man einen Veganer doch tatsächlich beten: "Bitte lieber Gott, mach, dass der Dönerladen am Bahnhof Cig Köfte ohne Tier drin hat!"

Okay, Tätowierungen (viele unter uns haben sie) werde ich nie lieben. Da muss ich mit denen noch mal reden :-) Das tut doch weh und geht nicht ab. Der Mann meinte doch glatt, ein Mädel (Arme bis unten tätowiert) hätte bestimmt ein abwaschbares Tattoo. Ich habe mich abgerollt, nur gut, dass er ihr das nicht gesagt hat. Ich hätte mich vor Peinlichkeit in den Erdboden geschraubt.

Aber nun endlich zu unserem Besuch bzw. zu unserem Abendessen, ich komme einmal mehr ins Quatschen.

Der Nudelsalat mit Spargel und Cocktailsauce, den habe ich Euch vorgestern schon gezeigt. Wir haben immer noch etwas über, ich habe eine größere Portion als im Rezept angegeben gemacht. 





 Marinierte Paprika


Das Rezept habe ich von meinem Bruder. Der Ursprung des Rezeptes liegt in Spanien, das liegt auf der Hand. Aber wer es erfunden hat - keine Ahnung. Im Original ist es mit Sherry und Sherryessig gemacht. Noch habe ich keinen veganen Sherry gefunden (ich suche händeringend, wisst Ihr was?). Dafür habe ich dann Weinessig und meinen Dessertwein benutzt. Ging auch.

6 dicke Paprika, rot und gelb
2 Frühlingszwiebeln
2 Knoblauchzehen
Salz
4 EL Olivenöl
3 EL weißer Balsamico
2 cl Dessertwein (oder veganer Sherry,wie gesagt)
Basilikum
Oregano
Petersilie
Schnittlauch

Paprikaschoten waschen und auf einem Backblech bei 220 Grad Umluft auf der oberen Schiene rösten bis sich die Haut verfärbt und löst, dauerte bei mir ca. 20 - 25 Minuten. Bitte beobachten.
Das Kerngehäuse und die Haut entfernen und die Paprika in breite Streifen schneiden, in eine Schüssel legen.
Salz und Knoblauch in einem Mörser zerreiben und auf die Paprika bringen.
Die Kräuter kleinschneiden, die Frühlingszwiebel sehr fein schneiden.
Alle Zutaten auf die Paprika geben, gut pfeffern und untereinanderheben. Mehrere Stunden im Kalten ziehen lassen.
Servieren mit Brot oder Brötchen. Schmeckt großartig.

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Dazu Reis in Weinblättern (gekauft)




Lose Oliven vom türkischen Supermarkt


Dann meine Teewurst, Pfefferaufstrich von Alnatura und (nicht auf Bild) der Bio-Veggie-Aufschnitt von Aldi. Baguettebrötchen, Alsan und ein gemischter Salat

 
Abgerundet haben wir das mit einem Nikoläuschen ohne Nikolaus für unseren Freund, in dem roten Päckchen sind Mon Cherie, meines Wissens nach vegan, hoffe es stimmt. Bei Wikipedia steht es so, aber auch Wikipedia ist nicht immer der Weisheit letzter Schluss.


Die Männer tranken Kölsch und alkoholfreies Weizen, ich Merlot, von Alnatura.


Ja, das war ein sehr netter Abend, wir saßen lange beisammen.
Nun gibt es bald noch mehr Besuch bei uns, wir haben es schon wieder getan und eingeladen...!


Kommentare:

  1. Ja, wir Veganer sind schon ein besonderes Völkchen *lach*
    Das hab ich auch bei den Kochkursen gemerkt, die ich jetzt gemacht habe, da war die Stimmung bei den Veganern eine ganz andere, wie beim glutenfrei Abend...offener und herzlicher...

    Und weisst du was mir heute passiert ist? Ein Kunde meinte beim bezahlen zu mir "Für die Veganer" Habs erst nicht kapiert und meinte dann, woher er das wüsste? Kannte den Mann nicht....
    Zwinkert er mit den Augen, und meint: "Das sehe ich, veganer haben ein ganz besonderes Lächeln!"
    Ich blieb verdattert zurück, kapiert hab ichs noch imemr nicht, aber ich fands schön *lach*

    Grüßle, Jessi

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    1. Das ist schön, ungewöhnlich und ein wenig unheimlich! Wie Hannibal Lecter, der riechen konnte, welchen Duft Clarice Starling benutzte.
      Da hätte ich ja ein wenig Schiss!
      Liebe Grüße
      Susi

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